Sehr geehrte Mandanten/-innen,

sehr geehrte Geschäftspartner/-innen,

wir erleben gerade sehr herausfordernde Zeiten, unser aktuelles Mandantenrundschreiben widmet sich allein dem Thema CORONA, das uns alle gerade rund um die Uhr beschäftigt. Wir werden dieses fortlaufend aktualisieren, da zurzeit die Veränderungen und gesetzlichen Updates stündlich erfolgen. In Kürze stellen wir auf unserer Homepage einen FAQ-Katalog online, wir werden Sie dazu informieren.

Auch in unserer Kanzlei ist nichts mehr wie es war, täglich erreichen uns zahlreiche Nachrichten über die derzeit außerordentlich herausfordernde Situation für Sie und uns.

Jetzt ist die Stunde des Krisenmanagements aber auch die Stunde der Solidarität! Wir alle müssen zusammenhalten und die Wirtschaft am Laufen halten, so gut es geht.

Wir stehen in Geschäftsbeziehungen zueinander und müssen gemeinsam einen Weg in eine solide wirtschaftliche Zukunft finden.

Wir kümmern uns um Sie – trotz Corona!

I. Organisatorisches

Persönliche Termine mit uns:

Wir werden in den nächsten Wochen wegen der größer werdenden Ansteckungsgefahr so gut wie keine persönlichen Termine mit unserem Team anbieten. Sie können uns aber wie gewohnt per Telefon, Fax, Mail und auf Wunsch auch in einer Videokonferenz erreichen. Gern geben wir Ihnen unsere diesbezüglichen Kontaktdaten bekannt (Zoom, Skype, Teamviewer).

Abgabe von Belegen und Unterlagen bei uns:

Wie Sie wissen verstehen wir uns als digitale Kanzlei. Wenn – überhaupt noch – Belege und Unterlagen bei uns abgegeben werden müssen, die nicht per Mail oder Upload zur Verfügung gestellt werden können, senden Sie uns diese bitte per Post oder Boten. Unterlagen von uns senden wir Ihnen ab sofort ausschließlich per Post zu. Wir bitten von persönlicher Abholung abzusehen. Freigaben zu Steuererklärungen und Jahresabschlüssen erbitten wir ausschließlich digital.

II. Steuerstundungen

Das Bundesministerium der Finanzen hat (BMF-Schreiben vom 19.03.2020) u.a. die nachfolgenden folgenden steuerlichen Stundungsmaßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkung des Corona-Virus (Covid-19/SARS CoV-2) beschlossen.

In Ergänzung zum BMF-Schreiben vom 19.03.2020 hat die Berliner Finanzverwaltung am 26.03.2020 mitgeteilt, dass dies für alle rückständigen Steuern eines Steuerpflichtigen gilt, der wirtschaftlich von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen ist.

 1. Antrag auf Steuerstundungen:

Nachweislich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse, Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern stellen. Dies gilt für folgende Steuerarten:

Körperschaftsteuer,
Einkommensteuer,
Solidaritätszuschlag,
Gewerbesteuer,
Umsatzsteuer und
Lohnsteuer (in begründeten Ausnahmefällen).

 

2. Herabsetzung von Steuervorauszahlungen:

Antrag auf Herabsetzung Ihrer vierteljährlichen Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) auch ggf. rückwirkend ab dem 1. Quartal 2020, dieser Antrag kann unbürokratisch beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.

3. Erlass von Säumniszuschlägen:

Für auf Grund von der Corona-Krise zu spät geleisteten Zahlungen an das Finanzamt soll ein Antrag auf Erlass bis Ende 2020 möglich sein.

4. Verspätungszuschläge:

Soweit es durch die sog. Corona-Krise zu Verspätungen bei der Abgabe von Steuer-Anmeldungen kommen sollte, seien die Finanzämter gebeten worden, etwaige Verspätungszuschläge zu erlassen.

5. Sofortige Erstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung

Auf begründeten Antrag gibt es seit dem 24. März 2020 die Möglichkeit, die gezahlte Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 2020 sofort vom Finanzamt erstatten zu lassen.

!  Wir unterstützen Sie hier gern in den entsprechenden Antragstellungen.

Die Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin hat am 26. März 2020 klarstellend darauf hingewiesen, dass es sich bei der dann gewährten Herabsetzung (z. B. auf Null) und Erstattung der Sondervorauszahlung nicht um den Widerruf einer gewährten Dauerfristverlängerung handelt; diese bleibt weiterhin bestehen.

III. Kurzarbeitergeld

Der Bundesrat hat am 13. März 2020 das Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelung für Kurzarbeitergeld gebilligt. Es ermöglicht der Bundesregierung, Betriebe während der Corona-Krise kurzfristig zu unterstützen. Das Gesetz ist ab 15. März in Kraft getreten.

Für einen leichteren Zugang zum Kurzarbeitergeld gelten rückwirkend zum 01. März 2020 folgende Regelungen:

Herabsetzung der Bedingungen:

Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.

Minusstunden:

Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden („Minusstunden“) vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes soll vollständig oder teilweise verzichtet werden können. Das geltende Recht verlangt, dass in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt und ins Minus gefahren werden.

Leiharbeiter:

Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können künftig Kurzarbeitergeld beziehen.

Sozialversicherungsbeiträge:

Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, soll die Bundesagentur für Arbeit künftig vollständig erstatten. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.

Antrag auf Kurzarbeitergeld:

Der Antrag ist bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen, wenn Ihr Unternehmen Kurzarbeit anmelden muss. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

Bitte teilen Sie uns das schnell mit, damit das in den Gehaltsabrechnungen berücksichtigt werden kann. Das Kurzarbeitergeld für März ist noch bis zum 31.03.2020 zu beantragen.

Höhe des Kurzarbeitergeldes:

Arbeitnehmer mit einem Kinderfreibetrag von mindestens 0,5 erhalten 67% der Nettoentgeltdifferenz, alle übrigen Arbeitnehmer erhalten 60% der Nettoentgeltdifferenz.

Aufstockung des Kurzarbeitergeldes:

Tipp: Arbeitgeber können freiwillig einen lohnsteuerpflichtigen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld zahlen. Eine Beitragspflicht zu den gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträgen besteht nur, wenn der Zuschuss zusammen mit dem Kurzarbeitergeld 80% des ausgefallenen Arbeitsentgelts übersteigt.

Wird ein höherer Zuschuss gezahlt, ist nur der übersteigende Betrag beitragspflichtig.

Hier geht’s zum Antrag:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/antrag-kug107_ba015344.pdf.

Weitere Informationen hierüber finden Sie unter:

https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

Wenn Sie sich im Portal der Bundesagentur für Arbeit registrieren und ein Benutzerkonto anlegen, können Sie die weitere Bearbeitung beschleunigen.

Wichtig: Vor der Anzeige von Arbeitsausfall muss i.d.R. eine Kurzarbeitervereinbarung mit den Arbeitnehmern geschlossen werden!

! Wir haben mit unseren Kollegen der Lohn24 Rechtsanwaltsgesellschaft eine Task-Force für die Bearbeitung der Kurzarbeitergeldanträge und die dazu entstehenden arbeitsrechtlichen Fragen gebildet, gern unterstützen wir Sie auch in diesen Angelegenheiten.

Hierzu ist von Lohn24 eine gesonderte FAQ-Seite (Fragen und Antwortseite) geschaltet, die Sie hier finden:

 https://www.lohn24-rag.de/index.php/corona/

Arbeitgeber können Wenn Sie sich im Portal der Bundesagentur für Arbeit registrieren und ein Benutzerkonto anlegen, können Sie die weitere Bearbeitung beschleunigen.

 

Kredithilfen und Sonderprogramme durch die Bundesregierung:

  • KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmer:

Beantragung von Hilfen ist seit dem 23. März 2020 möglich, für Unternehmen, Selbständige oder Freiberufler, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind. Diese können ab sofort als „Kredite aus der KfW –Corona Hilfe“ bei Ihrer Bank oder Sparkasse beantragt werden. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen bis zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war.

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/2020-03-13-Schutzschild-Beschaeftigte-Unternehmen.html

 

  • Liquiditätsengpässe wegen Coronavirus:

Nicht rückzahlbarer Zuschuss für kleinere Berliner Unternehmen von 5.000 EUR, der Antrag ist ab Freitag, 27.03.2020, 12 Uhr möglich.

https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/themen/coronahilfe/corona-liquiditaets-engpaesse.html

Nicht rückzahlbarer, gestaffelter Zuschuss für Brandenburger Unternehmen bis max. 100 Beschäftigte ab Mittwoch, 25.03.2020, 9 Uhr möglich.

https://www.ilb.de/de/presse/pressemitteilungen/archiv-2020/pressemitteilung-2020_1162823.html

! Wir können Ihnen bei allen Anträgen behilflich sein, bitte melden Sie sich einfach bei uns.

IV. Weitere Organisatorische Hinweise für Ihr Unternehmen

  • Bargeld aufstocken:

Heben Sie ausreichend Bargeld ab und sichern es. Die deutsche Wirtschaft wird komplett auf Notbetrieb runtergefahren. In dieser Phase kann Bargeld extrem wichtig sein: Cash is King!

HINWEIS: Das Geld auf Ihren Konten, Sparbüchern, Tagesgeld etc. gehört juristisch NICHT Ihnen, es gehört der Bank. Im Falle einer Bankenpleite ist Ihr Geld verloren, bitte beachten Sie die jeweiligen Einlagensicherungen Ihrer Bank. Im Falle einer vorübergehenden Bankenschließung kommen Sie am besten mit Bargeld weiter.

  • Geld auf mehrere Banken verteilen:

Bis 100.000 EUR pro Bank ist Ihr Geld durch die Einlagensicherung geschützt. Dies bezweifeln wir, da im Falle einer großen Krise, diese Summe nicht zu halten ist. Bitte verteilen Sie daher Ihr Geld auf viele Banken und bleiben Sie pro Person oder pro Firma unter 100.000 EUR besser unter 50.000 EUR je Bank.

  • Sondertilgungen:

Bitte verzichten Sie in dieser Krisenphase auf Sondertilgungen um Ihre Liquidität zu schonen. Sie wissen nicht, wer alles nach diesem Herunterfahren der Weltwirtschaft noch existiert oder wer alles insolvent ist.

  • Freiwillige Sonderzahlungen in Versicherungen:

Versicherungen sind wie Banken durch den ruckartigen Anstieg von Unternehmensinsolvenzen extrem betroffen, sodass wir von freiwilligen Zahlungen in solche Versicherungen abraten. Bleiben Sie liquide. Wir empfehlen eher Versicherungen zur Altersvorsorge vorübergehend ruhend zu stellen, bevor Sie in Liquiditätsschwierigkeiten kommen.

  • Große Investitionen:

Bitte überlegen Sie sich, ob Sie große Investitionen in dieser Krisensituation noch tätigen wollen. Ggf. stoppen Sie diese vorübergehend und warten die weiteren Entwicklungen ab.

  • Durch Consultia noch digitaler werden:

Durch die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Deutschland haben wir gesehen, dass wir an der ein oder anderen Stelle noch mehr Digitalisierung benötigen als bisher. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, zum Beispiel alle monatlichen und vierteljährlichen Buchführungen nach und nach zu 100% zu digitalisieren und die Papier-Pendelordner komplett abzuschaffen, ohne dass dies ein Nachteil für Sie darstellen würde.

  • Kanzleibetrieb:

Wir können bei einer Zuspitzung der Lage nicht garantieren, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden kann. Wir setzen aber alles daran, dass wir gesund und arbeitsfähig bleiben. Es kann natürlich in den nächsten Wochen zu einer Verzögerung unserer Arbeit kommen, dafür bitten wir Sie heute schon um Entschuldigung.

Wir geben unser Bestes!

Disclaimer

Die vorliegenden Hinweise beruht auf den uns überlassenen Unterlagen und bekannten Gesetzes sowie ergänzend erteilten mündlichen Auskünften. Für den Fall, dass der unserer Hinweise zu dem zu Grunde liegenden Sachverhalt oder die getroffenen Annahmen dazu unzutreffend sind oder sich ändern, kann sich dies auf die Gültigkeit der Aussagen der vorliegenden Hinweise auswirken.

Die Hinweise geben unsere Interpretation der relevanten steuerrechtlichen Bestimmungen, die hierzu ergangene Rechtsprechung und die hierzu ergangenen Verlautbarungen der Finanzverwaltung wieder. Soweit die Finanzverwaltung unsere Auffassungen in einer verbindlichen Auskunft bestätigt hat, bindet dies nur die Finanzverwaltung, nicht aber die Finanzgerichte.

Im Zeitablauf treten Änderungen bei Gesetzen, Verwaltungsanweisungen, der Interpretation dieser Rechtsquellen sowie in der Rechtsprechung ein. Derartige Änderungen können eine Neubewertung des Sachverhaltes notwendig machen.

Die vorliegende Würdigung beruht auf dem Rechtsstand zum Zeitpunkt des Datums der Würdigung. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir ohne gesonderten Auftrag nicht verpflichtet sind, diese Würdigung auf Grund einer Änderung der zu Grunde liegenden Fakten bzw. Annahmen oder Änderungen in der Gesetzgebung, ihrer Auslegung durch die Finanzverwaltung oder Rechtsprechung zu überarbeiten.

Diese Hinweise wurde außerhalb der mit unserem Mandanten geschlossenen Mandatsvereinbarung erstellt und ist ausschließlich für informatorische Zwecke und nicht dazu bestimmt, dritten Personen oder Gesellschaften (Dritte) als Entscheidungsgrundlage zu dienen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir für diesen allgemeinen Hinweise keinerlei Haftung, Verpflichtung oder Verantwortung übernehmen.

Wir weisen darauf hin, dass in jedem Fall eine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung erforderlich sein wird.